Andere
Namen: Brustwurzel, Theriakwurzel, Engelwurz
Andere Sprachen: Englisch: agelica,
Garden Angelica;
Franz.: Angélique
Verschiedene
Sorten: subspec. archangelica var. sativa = Sächsische Angelika, subspec. litoralis =
Küsten-Engelwurz
Anbau: zwei- bis vierjährig; wenn die Pflanze ausgereift ist, stirbt sie
ab.Wildwachsend: an Bächen, auf feuchten Wiesen und an den
Küsten!
Vermehrung: der Samen ist Frostkeimer, deshalb sollte im Herbst gesät
werden, Keimdauer: 4 - 8 Wochen. A. kann auch durch Stecklinge oder durch
Wurzelteilung vermehrt werden.Im Garten: der Boden
soll locker, feucht und nährstoffreich sein und im Halbschatten liegen.
Kommen die
Pflanzen zur Blüte und zur Reife der Früchte, säen sie sich selbst
aus.Im
Haus: nur wegen der Höhe der Pfanze ist die Haltung
eingeschränkt.
Pflege: jäten, hacken, wässern.Wenn der Stengel
schießt, soll man die Wurzel anhäufeln, um der Pflanze Halt zu geben.
Falls
man eine starke Wurzelentwicklung haben möchte, müssen die Blüten ausgebrochen
werden, damit die Nährstoffe nicht durch die Samenbildung verbraucht
werden.
Ernte:Verwendbar sind die Blätter, die Blattstiele, die Stiele und die
Wurzeln.Junge Blätter können schon ab Frühjahr geerntet werden.Die Wurzeln werden im
zweiten oder dritten Jahr nach der Blüte im Herbst ausgegraben. Nach der Ernte
werden sie - wenn erforderlich - gewaschen und getrocknet und dann an Schnüren
aufgefädelt und in trockenen Räumen aufgehängt. Anschließend zerkleinert und
wiederum getrocknet.
Aufbewahrung:Da die getrockneten
Wurzeln hygroskopisch (wasseranziehend) sind, ist es empfehlenswert, sie in in
luftdicht schließenden Gefäßen aufzubewahren.Können getrocknet oder
tiefgefroren werden.
Beschreibung/Aussehen:
KrautWurzel: mehrköpfig mit Faserwurzeln, außen hellbraun, innen weiß;
enthalten einen gelblichen Milchsaft.
Stengel:
unbehaarter, hohler Stengel, kann kurz über dem Erdboden armdick werden
.
Blätter: die Blätter sind grasgrün, gefiedert und werden bis 50 cm
lang.
Höhe: bis 2,5 m.
Blüte: die an
Doppel-Dolden (Durchmesser 8 - 15 cm) wachsenden Blüten sind
weiß.
Blütezeit: von Juni bis August.
Früchte: die
Spaltfrüchte sind bis zu 9 mm lang und 6 mm breit.
Verbreitung:
Europa,
Asien, Nordamerika. Bekanntestes
Anbaugebiet ist die Gegend um Clermont-Ferrand in Frankreich, wo jährlich 100
000 kg erzeugt werden. In Deutschland:
Thüringen und Franken.
Geschichte:
Die
ältesten Belege über das Vorkommen der A. finden sich in Skandinavien, Island
und Grönland, und zwar seit dem 10. Jhdt. Belegt ist der Anbau 1583 im
sächsischen Erzgebirge.Im Mittelalter wurden
alle Pflanzenteile verwendet, so wurde z. B. in Skandinavien aus den
zerkleinerten Wurzeln Brot gebacken.
Anmerkungen:Im Mittelalter half
Angelika gegen den bösen Blick und die Pest (daher der Namen); außerdem glaubte
man, daß der Genuß von A. Giftstoffe aus dem menschlichen Körper
treibt.Adamus Lonicerus schreibt 1679: "Welcher Angelicam bey
ihm hat / ist frey vor Zauberei/ in der Speiß eingenommen./ Aber im Trank ist
ihre Krafft die Gift auszutreiben./ Angelicam bey sich getragen / wird wider
Zauberey / und sonst andere Teuffelsgespenst gerühmt". In Frankreich "Kraut
des Heiligen Geistes" genannt.
Wirkstoffe:
Bis zu
1% ätherische Öle, Angelikasäure, Baldriansäure, Hydrokarotin, Phelandren,
Bitter- und Gerbstoffe.
VerwendungGesundheit:Fördert die Verdauung,
gegen Erkältungen und Husten.Tee: Harntreibend und
verdauungsfördernd.Gebrauch:Aus den Wurzeln und dem
Samen werden Magenliköre und Essenzen hergestellt (Chartreuse, Benediktiner).
Man kann Stiele und Blätter in Alkohol einlegen.Verwendungs- und
Handelsform: Wurzeln, Stengel, Kraut, Samen.Geschmack: A. schmeckt
aromatisch süßlich.In der
Küche:Die Blätter in Suppen, Soßen und blanchiert als Gemüse (wie Spinat); mit
Wasser als Erfrischungsgetränk.Kandiert (in Zucker
gekocht) hat der Stengel einen interessanten Geschmack und kann als Verzierung
zu Kuchen genommen werden.Die Früchte ähneln
Wacholderbeeren; die Samen werden frisch und getrocknet gebraucht. Die Wurzel kann
getrocknet und geraspelt werden; man aromatisiert damit ebenfalls Speisen.
Mit
anderen Früchten (Stachelbeeren, Pflaumen) zusammen gekocht, wird Zucker
eingespart.